Die Untere Kapfenhardter Mühle, idyllisch in einem Seitental der Nagold zwischen Unterreichenbach und Schömberg gelegen, ist ein Beispiel dafür, wie Tradition, Innovation und nachhaltige Ressourcennutzung harmonisch miteinander verbunden werden können.
Das Anwesen ist seit 1260 urkundlich als Mahlmühle erwähnt und wird heute in sechster Generation von der Familie Mönch betrieben. Ein Leitmotiv der Familie lautet: „s’ Wasser darf net ugnutzt d’Bach nalaufe“. Die jahrhundertealte Erkenntnis, dass Wasser als Energiequelle niemals ungenutzt bleiben darf, ist bis heute von Bedeutung.
Die Mühle vereint historische Elemente mit moderner Technik. Das große Holzmühlrad mit einem Durchmesser von sieben Metern erinnert an die ursprüngliche Energieerzeugung und dient zugleich als touristische Attraktion.

Das Wasser des Reichenbachs wird heute über zwei Turbinen genutzt: Die ältere Turbine von 1930 leistet 5 kW, die neuere von 1992 etwa 25 kW. Bereits 1979 wurde ein Plattenverdampfer eingebaut, um dem Bachwasser Wärme zu entziehen, die mittels Wärmepumpen für Heizzwecke des Gasthauses genutzt wird.
Die Getreidemühle im Obergeschoss der neueren Mühle verzeichnete in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Produktionsanstieg. Besonders während der Corona-Pandemie wurde mehr Mehl gemahlen als je zuvor. Seit 2004 erweiterte die Mühle ihre Energieerzeugung um alternative Quellen: Im Untergeschoss wurden Rapsölpressen installiert, um kaltgepresstes Rapsöl und Rapskuchen aus heimischem Raps herzustellen. Ein Blockheizkraftwerk, betrieben mit diesem Rapsöl, trägt zusätzlich zu einer nachhaltigen und beeindruckenden Energiebilanz bei.