Das Kleinwasserkraftwerk Ritzersdorf am Pölsfluss in der Steiermark hat eine neue Rechenreinigungsmaschine (RRM) bekommen. Nach mehr als 20 Jahren hat die bestehende RRM des Kleinwasserkraftwerks ausgedient. Zwar wurde sie in den letzten Jahren immer wieder repariert, schlussendlich hat sich der Betreiber aber dazu entschieden, sie zu modernisieren und auf ein neues System umzusteigen: die vertikale RRM wurde durch eine horizontale RRM ersetzt.
Schnelle Monate trotz Erschwernissen
Im Februar 2026 war es so weit: Innerhalb von nur zwei Wochen wurde die alte Rechenanlage durch die Firma SKM demontiert und durch eine neue ersetzt, die anschließend betriebsfertig gemacht wurde. Diese deckt eine Fläche von 6,5 × 5,5 Metern ab und verfügt zusätzlich über eine Putzharke mit einer beachtlichen Höhe von 5,5 Metern sowie einem hydraulischen Zahnstangenantrieb mit maximal 2 Tonnen Schubkraft. Flussoptimierte Rechenstäbe sorgen dafür, die Strömungsgeschwindigkeit so gering wie möglich zu halten, Überdruckventile bieten Schutz vor mechanischen Beschädigungen. Zusätzlich wurde eine Dachkonstruktion errichtet, auf die in Zukunft eine Photovoltaikanlage installiert werden soll.

All das wurde unter erschwerten Bedingungen erreicht: Der Freispiegelkanal, der von der Hauptwehranlage über eine Länge von ca. 1,3 km zum Einlaufbauwerk geht, konnte aufgrund fischereilicher Vorgaben nicht komplett entleert werden. Die Arbeiten mussten daher unter ständiger Strömung im vorderen Bereich des Rechens durchgeführt werden. Die Leistung von S.K.M. Kraftwerksbau reichte bei dem Projekt von der Planung über die Fertigung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme.
Verbesserungen durch den Umbau
Die neue RRM bietet gegenüber der alten Version einige Vorteile: Treibgut wird nun über die bestehende Spülklappe abgeführt, Geschiebe über den Grundablassschütz. Zudem ist die vollständige Rechenfläche für beide Turbinen jederzeit verfügbar, was vor allem im Herbst ein wesentlicher Vorteil gegenüber der vorherigen Konstruktion ist.

Turbinenüberholung inklusive
Das 2004 errichtete Kraftwerk verfügt über zwei Kaplan-Turbinen mit einer Leistung von insgesamt 2.570 kW. Im Zuge des für die Montage notwendigen Teilabstaus wurde die Gelegenheit genutzt, eine der beiden Turbinen zu überholen. So konnte die Stillstandszeit des Kraftwerks optimal genutzt und gleich mehrere Maßnahmen zur langfristigen Sicherung eines zuverlässigen Kraftwerksbetriebs umgesetzt werden