Der Earth Overshoot Day, der Erdüberlastungstag, fällt 2026 auf den 30. Juli. Das bedeutet, dass wir ab diesem Zeitpunkt alle nachwachsenden bzw. sich regenerierenden Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht haben. Um das Datum des Earth Overshoot Day zu ermitteln, berechnet das Global Footprint Network anhand der neuesten Daten die Anzahl der Tage, an denen die jährliche Biokapazität der Erde den Verbrauch der Menschheit decken kann.
Im Wesentlichen basieren die Schätzungen für das Jahr 2026 sowohl für den ökologischen Fußabdruck der Menschheit als auch für die Biokapazität der Erde auf der neuesten Ausgabe der „National Footprint and Biocapacity Accounts“ (in diesem Fall der Ausgabe 2026), die vollständige Datensätze bis einschließlich 2023 sowie Schätzungen für die Jahre 2024 und 2025 enthält und von der York University für FoDaFo erstellt wurde. Für die Hochrechnungen stützt sich das Global Footprint Network auf Zeitreihen aus den Daten der „National Footprint and Biocapacity Accounts“ und dehnt diese Trendreihen bis zum laufenden Jahr aus. Soweit möglich, werden aktuellere Daten (Global Carbon Project, Internationale Energieagentur (IEA) usw.) einbezogen, um die Bewertung für die „Lückenjahre“ zu untermauern.
Energie
Die Dekarbonisierung der Wirtschaft ist nicht nur unsere beste Chance, dem Klimawandel entgegenzuwirken, sondern würde auch das Gleichgewicht zwischen unserem ökologischen Fußabdruck und den erneuerbaren Ressourcen unseres Planeten erheblich verbessern.
Eine Reduzierung des CO2-Anteils im ökologischen Fußabdruck der Menschheit um 50 % würde den Earth Overshoot Day um 93 Tage, also um mehr als drei Monate, nach hinten verschieben.
Mit bereits vorhandenen, handelsüblichen Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden, industriellen Prozessen und bei der Stromerzeugung ließe sich der Overshoot-Day um mindestens 21 Tage verschieben, ohne dass dabei Einbußen bei der Produktivität oder beim Komfort entstehen würden.
Country Overshoot Days
Neben dem Earth Overshoot Day gibt es die „Country-Overshoot Days“. Diese geben an, wann der Earth Overshoot Day wäre, wenn alle Menschen weltweit so leben würden wie die Menschen in dem jeweiligen Land. Für Österreich wäre dieser Tag bereits am 2. April gewesen, für Deutschland am 10. Mai.
Der verschwenderischsten sind die Menschen aus Qatar: Würden die gesamte Bevölkerung der Erde so leben wie sie, wären die Ressourcen bereits am 4. Februar erschöpft. Würden alle Menschen so leben wie in Honduras, wäre der Erderschöpfungstag erst am 27. November.

Der Earth Overshoot Day im zeitlichen Verlauf
1972 war der Earth Overshoot Day am 31. Dezember; Seitdem hat er sich stetig Richtung Jahresanfang verschoben: 1980 fiel er auf den 29. November, 1990 auf den 23. Oktober, 2000 auf den 23. September, 2010 auf den 15. August, 2020 auf den 18. August (wohl bedingt durch die Corona-Pandemie).
Fazit
Die Zahlen zeigen: wir verbrauchen immer mehr und mehr Ressourcen. Der momentane Trend, dass der Earth-Overshoot-Day Jahr für Jahr im Kalender weiter nach vorne rutscht, geht deutlich in die falsche Richtung.
Sowohl global als auch in der DACH-Region muss aber zukünftig ein Umdenken in vielen Bereichen stattfinden, um unsere Ressourcen so zu verwenden, dass auch zukünftige Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt vorfinden. Inbesondere im Energiebereich leistet die Kleinwasserkraft dazu einen wesentlichen und wichtigen Beitrag.