Der Multi-Struktur-Fischpass ist eine Sonderform des Schlitzpasses. Beide Varianten sorgen dafür, dass Fische Kleinwasserkraftwerke gefahrlos passieren können.
Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Bautypen ist, dass beim Multi-Struktur-Pass die Beckenübergänge im Längsverlauf abwechselnd links und rechts angeordnet sind. Die Beckenübergänge bestehen aus jeweils zwei, um ca. 10 cm versetzten, Schlitzen. Das kleine Becken zwischen diesen Schlitzen hat eine Größe von etwa einem Drittel des Hauptbeckens. An der oberen Zwischenwand lenkt eine kurze, im 45°-Winkel angeordnete Leitwand die Strömung vor der Öffnung gezielt um. Auf der Sohle wird durchgehend raues Sohlsubstrat eingebracht. Dies bremst die Strömung am Boden ab und ermöglicht auch bodenbewohnenden Fischarten die Passage. Aufgrund der geringeren Dotation im Vergleich zum Schlitzpass ist beim Multi-Struktur-Pass im Mündungsbereich häufiger eine zusätzliche Leitstromdotation erforderlich, um Fische anzulocken.
Der Höhenunterschied zwischen den Becken wird nicht über einen einzelnen Überfall, sondern über zwei Schlitze und den dazwischenliegenden Abschnitt abgebaut. Es entsteht eine kurze Steilstrecke, wodurch der Energieeintrag in das Folgebecken geringer ist als beim klassischen Schlitzpass. Um eine geradlinige Kurzschlussströmung zu verhindern, zielt die Bauweise auf eine geschwungene Hauptströmung ab. Diese nutzt das gesamte Beckenvolumen für eine gleichmäßige und turbulenzarme Energieumwandlung.

Vor- und Nachteile
Vorteilhaft an einem Multi-Struktur-Pass ist, dass eine geringere Dotation erforderlich ist, sofern keine höhere Dotation für Leitströmung erforderlich ist. Nachteile sind hingegen vergleichsweise höhere Baukosten und einhöherer Instandhaltungsaufwand. Anhand der bisher umgesetzten Multi-Struktur-Fischpässe und den durchgeführten biologischen Untersuchungen ist eine gute Funktionsfähigkeit dieses Bautyps belegt.